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Hier finden Sie Erhaltungskulturen von mehr als 600 Arten in über 3.000 Akzessionen. Zu den 84 fett gedruckten Arten informieren wir ausführlich über Biologie, Kulturansprüche, haltende Gärten/Einrichtungen und Wiederansiedlungen.


Gentianella lutescens

Biologie

ArtGentianella lutescens
VerbreitungEuropa, West-Asien, Arealanteil Deutschlands: weniger als 10% (isolierter Vorposten) (floraweb.de 2011)
Verbreitungskartekeine Angabe
Höhenverbreitungplanar-collin (Flach- und Hügelland) oder indifferent (floraweb.de 2011)
Natürlicher StandortZwergstrauchheiden und Borstgrasrasen (Hauptvorkommen) (floraweb.de 2011)
MykorrhizierungGentianaceae zeigen Symbiosen mit Arbuskulärer Mykorrhiza (AM) (Sýkorová et al. 2003)
Beschreibung der PflanzeWie Gentianella bohemica, aber Stg mit zieml. kurzen unteren Ästen, Blütenstand daher rispig, Blüten 15-25 mm lg, Kelchzipfel kaum länger als die ungeflügelte Kelchröhre (floraweb.de 2011)
LebensformHemikryptophyt (biolflor.de 2011)
Lebensdauerbienn (biolflor.de 2011)
SamenbankTransient (BioPop zit. nach bayernflora.de 2011)
BlütezeitJuni-August (biolflor.de 2011)
Bestäubung durchInsekten (floraweb.de 2011)
KompatibilitätSelbstkompatibel (biolflor.de 2011)
Blütenbiologiesynözisch, hermaphroditisch (biolflor.de 2011)
Ploidietetraploid, 2n=36 (biolflor.de 2011)
FruchtKapsel (biolflor.de 2011)
Samenreifekeine Angabe
Samengrößekeine Angabe
Samengewicht1,02 mg (BioPop, zit. nach bayernflora.de 2011)
SamenmorphologieSame, nicht heteromorph (biolflor.de 2011)
SamenausbreitungWind (floraweb.de 2011)
Reproduktiongenerativ (Brunzel 2010)
Gefährdungzentral-europaweit gefährdet (floraweb.de 2011)
Rote Liste Deutschland1 (vom Aussterben bedroht) (floraweb.de 2011)
GefährdungsursachenEutrophierung von Böden durch Düngereintrag und Immissionen (floraweb.de 2011); Auflassen der Nutzung und Verbrachung, Nährstoffeintrag, Nutzungsintensivierung, geringe Individuenzahl der Populationen (Buder & Schulz 2010)
PflegemaßnahmenVorsichtige Erhöhung des Bewirtschaftungsdrucks, Mahd von wenigen sehr kleinen Teilflächen zu einem vorgezogenen Termin, Sichelmahd im Juni bei relativ hoher Schnitthöhe, gelegentlich zusätzliche Beweidung mit Schafen, Schaffung konkurrenzarmer Verhältnisse, partielle Bodenverwundungen, evtl. durch extensive Beweidung oder durch tiefes Mähen, Harken, kleinflächiges Abschieben des Oberbodens im mehrjährigen Abstand, evtl. auch Entbuschung (Müller et al. 2006, zit. nach Buder & Schulz 2010)
Schutzstatusstreng geschützt (floraweb.de 2011)
VerantwortlichkeitDeutschland hat große Verantwortlichkeit (Welk 2002, floraweb.de 2011); Sachsen hat hohe Verantwortlichkeit für die Erhaltung in Mitteleuropa (Buder & Schulz 2010)
Sonstiges

 

Kulturansprüche

Art Gentianella lutescens
Kultur aufwändig
Wasserbedarf Keimlinge und Jungpflanzen bis zum Herbst/ Überwinterung immer feucht halten, da extrem empfindlich gegenüber geringer Austrocknung (BG Marburg: S. Brunzel)
Nässeempfindlichkeit vor allem im Winter, benötigt jedoch generell eine gute Drainage (Brunzel 2010)
Dürreempfindlichkeit Keimlinge und Jungpflanzen extrem empfindlich gegenüber geringer Austrocknung, auch erwachsene Pflanzen, die im 2. Frühling in die Blüte gehen, durchgehend feucht halten (BG Marburg: S. Brunzel)
pH-Spezifik keine Angabe
Substratspezifik beste Ergebnisse bei 1/3 Sand und 2/3 Lignostrat-Pflanzenerde + Esslöffel Mycorrhiza-Substrat "Mycotown" (BG Marburg: S. Brunzel)
Nährstoffbedarf generell bringt leichte Düngung (geringe Beimischung von Pferde- oder Kuhdung) stärkere Jungpflanzen (BG Marburg: S. Brunzel)
Nährstoffempfindlichkeitkeine Angabe
Temperaturansprüche Keimlinge und Jungpflanzen extrem empfindlich gegenüber Temperaturen über 25 °C (BG Marburg: S. Brunzel)
Lichtbedarf keine Angabe
Schädlingsprobleme Schneckenfraß (BG Marburg: S. Brunzel)
Vermehrung durch Aussaat Ende August bis Ende November (Brunzel 2010)
Keimungsansprüche Klimaschrank in Petrischalen: zunächst 2 Monate (Okt. / Nov.), Tag 20°C, Nacht 10°C, Hell-Dunkel-Wechsel, feucht halten, Dezember bis Mitte März kalt (-4°C) 0 - 4°C, dauerdunkel, dann 14°C Tag, mit Gibberellinsäure Mittel 70% Keimrate, nur Wasser Mittel 30% Keimrate, Keimung in 1/3 Sans und 2/3 Anzucht-"Nuller"-Erde (nährstoffarm) Ende Februar bis Ende März, 67 - 100 % Keimraten (BG Marburg: S. Brunzel)
Keimungszeit keine Angabe
Hybridisiert mit keine Angabe
Kritische Lebensphasen Überwinterung der Jungpflanzen regengeschützt, Schneedecke vorteilhaft, kalt aber frostfrei, frisch bis trocken (nicht nass) halten, teilweise totaler Blatteinzug (BG Marburg: S. Brunzel)
Sonstiges Topfkultur (6er Töpfe, unteres Viertel mit Seramis als Drainage), Überwinterung draußen ab Ende August (BG Marburg: S. Brunzel)

 

 

Haltende Gärten / Einrichtungen


Botanischer Garten der Universität Marburg
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-1-MB-2012/0048 2 2009 Sachsen, Altenberg