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Hier finden Sie Erhaltungskulturen von mehr als 600 Arten in über 3.000 Akzessionen. Zu den 112 fett gedruckten Arten informieren wir ausführlich über Biologie, Kulturansprüche, haltende Gärten/Einrichtungen und Wiederansiedlungen.


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Utricularia Utricularia bremii Utricularia vulgaris

Utricularia bremii
(Zierlicher Wasserschlauch)

Pflanzenfamilie: Lentibulariaceae (Wasserschlauchgewächse)

Biologie

ArtUtricularia bremii
VerbreitungBY, HE (Floraweb 2021)
Verbreitungskarte
Höhenverbreitung
Natürlicher StandortTümpel von Grundwasser- und Regenmooren (z. T. zwischen Carex elata-Bulten), Torfstichweiher und (Zwischenmoor-) Schlenken, Torfgräben (Käsermann & Moser 1999); meso- bis dystrophe Waldteiche, Moortümpel und Schlenken, Verlandungszone bei 10-30 cm Tiefe (Jäger 2017)
Mykorrhizierung
Beschreibung der Pflanzecarnivore Wasserpflanze, Blätter mit 2- 10 Fangblasen an ganzrandigen oder 1- zähnigen Blattzipfeln, diese zu (4-)9-50 an den bis über 3 cm breiten Blättern, 8- 20 cm lange Blütentrauben, 2-14- blütig, Unterlippe flach ausgebreitet, 8- 10 mm breit, kreisrund, Blüten von oben daher so lang wie breit, Blüten blassgelb, z. T. rötlich gestreift (Floraweb 2021); Verwechslungsgefahr mit U. minor, diese jedoch kräftiger, Unterlippe länglich eiförmig, Seitenränder nach unten gebogen, Traube 2-6 blütig (Jäger 2017, Floraweb 2021)
LebensformHydrophyt (Käsermann & Moser 1999)
Lebensdauerausdauernd (Beretta et al. 2014)
Samenbank
BlütezeitJuli bis Oktober (Käsermann & Moser 1999); Juli bis September (November) (Jäger 2017)
Bestäubung durchnur Blütenbesucher (keine Bestäuber, denn Blüten sind steril): kleine Hymenoptera (Hautflügler), aus der Familie der Mymaridae (Zwergwespen), Braconidae (Brackwespen) (Plachno et al. 2017)
Kompatibilität
Blütenbiologie
Ploidie
FruchtFrüchte und Samen nicht bekannt, Pollen oft missgestaltet und asymmetrisch (Taylor 1989, Käsermann & Moser 1999, Beretta et al. 2014); in Mitteleuropa nie mit Fruchtansatz (Fleischmann & Schlauer 2014)
Samenreife
Samengröße
Samengewicht
Samenmorphologie
Samenausbreitung
Reproduktion
Gefährdungstark gefährdet (Metzing et al. 2018)
Rote Liste Deutschland
GefährdungsursachenEutrophierung (Landwirtschaft, Stickstoffdeposition), Veralgung, Entwässerung, Trockenlegung oder Aufstau, Torfabbau, späte Auswirkungen früherer Torfstiche (Austrocknung), Verlandung, natürliche Sukzession, Beschattung durch Gehölze (Käsermann & Moser 1999)
Pflegemaßnahmen
Schutzstatus
Verantwortlichkeithohe Verantwortlichkeit (Metzing et al. 2018)
SonstigesAnhäufung von organischem Material hat negativen Effekt auf Populationsgröße von U. bremii (Dítě et al. 2013); Turionen reifen an Wasseroberfläche, überwintern am Grund, treiben an Wasseroberfläche aus, überleben milde Winterfröste (Adamec & Kučerová 2013); eine angesalbte Population in Süd-Tschechien wies 2011-2014 nie fruchtende Exemplare auf, auch im Labor wurde durch künstliche Bestäubung nie Samenansatz beobachtet (Adamec, mdl. zit. nach Fleischmann & Schlauer 2014); ca. 25 % der Turionen überleben Austrocknung (4 Tage bei 3 °C, bis 65 % Restfeuchte), Lagerung bei - 12 °C für mehrere Monate, anschließendes Austreiben bei 20 °C, Photoperiode: 12/12 h, für etwa 6 Tage in N-, K- freiem Kulturmedium (Adamec 2015)

 

Kulturansprüche

Art Utricularia bremii
Kultur
Wasserbedarf kann gelegentliche Austrocknung des Standortes ertragen (Käsermann & Moser 1999)
Nässeempfindlichkeit
Dürreempfindlichkeit
pH-Spezifik neutral bis mäßig sauer (Käsermann & Moser 1999); kalkmeidend (Jäger 2017); pH 6,8-7,4 (Adamec 1997, Adamec 2006); pH 7,5-8,3 (Adamec & Pásek 2009); pH 7 (Dítě et al. 2013); optimaler pH-Wert 7,4-8,7 (in Dítě et al. 2013, zitiert nach Schlegel 1999)
Substratspezifik tief überschwemmter Torfschlammoder sandige Lehmböden (Käsermann & Moser 1999); Kultur in Plastikcontainern (1 m3 ) mit 3 cm Einstreu von Carex gracilis, Carex rostrata, über 5 cm Sand, spärlich mitC. gracilis, Phragmites australis
Nährstoffbedarf mesotrophes, mäßig nährstoffarmes Wasser (Käsermann & Moser 1999, Jäger 2017); wöchentliche Zugabe von Zooplankton: Chydorus sp., Bosmina sp., Cyclops sp. (Sirová et al 2003, Adamec & Poppinga 2016)
Nährstoffempfindlichkeit
Temperaturansprüche Wärmezeiger (Ellenberg et al. 1992); optimal 20 °C Wassertemperatur (Adamec 2006)
Lichtbedarf vollsonnig bei Außenanzucht (Brickell 2000*, Cheers 2003*); teilbeschattet, 20-50 % einfallende Bestrahlungsstärke (Adamec & Pásek 2009)
Schädlingsprobleme keine (Brickell 2000)
Vermehrung durch nur vegetative Vermehrung (Käsermann & Moser 1999); durch Teilung, kleine Stücke herausbrechen, diese entwickeln sich in wenigen Wochen zu langstieligen Exemplaren; oder Einsammeln zu Boden gesunkener Winterknospen (Turionen), kühle Lagerung im Frühjahr, im Frühjahr lockern sich Knospenblätter und junge Pflanzen und steigen an Wasseroberfläche, bei hohen Temperaturen beginnen sie schon im Herbst auszutreiben (Feßler et al. 1997*); Turionen 1,5–5 mm, unbehaart (Fleischmann & Schlauer 2014)
Keimungsansprüche
Keimungszeit
Hybridisiert mit unbekannt
Kritische Lebensphasen
Sonstiges

 

 

Haltende Gärten / Einrichtungen


Botanischer Garten der Universität Erlangen
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-0-ER-2012-12746 1 2008 Bayern, Pfaffenberg

 

Botanischer Garten der Universität Potsdam
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-1-POTSD-2020-0755 1 2020 Bayern, LK Erlangen-Höchstadt

 

Botanischer Garten der Universität Würzburg
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-0-WUERZB-2020-001-Z-20 1 2020 Bayern, Höchstadt

 

Karsten Horn
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
k.A. 1 2008 Bayern, nördlich Biengarten, Mittelfranken

 

 

Zusatzinformationen

Steckbrief Utricularia bremii

Wildwuchs Steckbrief Utricularia bremii