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Hier finden Sie Erhaltungskulturen von mehr als 600 Arten in über 3.000 Akzessionen. Zu den 84 fett gedruckten Arten informieren wir ausführlich über Biologie, Kulturansprüche, haltende Gärten/Einrichtungen und Wiederansiedlungen.


Gratiola officinalis
(Gottes-Gnadenkraut)

Biologie

ArtGratiola officinalis
VerbreitungEuropa, West-Asien, Arealanteil Deutschlands 10 - 33 % (Hauptareal) (floraweb.de 2011)
Verbreitungskartekeine Angabe
Höhenverbreitungvor allem in warmen Tieflagen, in Baden-Württemberg bis 530 m ü.NN (Sebald et al.)
Natürlicher StandortFeuchtwiesen (Hauptvorkommen), Kriech- und Trittrasen (Nebenvorkommen) (floraweb.de 2011); auf nassen bis wechselnassen, mäßig nährstoffreichen, basenreichen, oft kalkarmen, neutralen, humosen Tonböden oder auf modrigen Torfböden, salzertragend, wärmeliebend, Wechselnässezeiger (Oberdorfer 1990); Stromtalpflanze (Oberdorfer 1990, Burkart 2001)
MykorrhizierungArbuskuläre Mykorrhiza (Šraj-Kržic et al. 2009)
Beschreibung der Pflanze(15-)20-40(-60) cm, Stg unten rund, oben fast 4-kantig, ± kahl, Blätter kreuzgegenstdg, eifg lanzettl., spitz, ganzrandig bis entfernt gesägt, mit halbstgumfassendem Grund, scheinbar kahl, durch eingesenkte, winzige Drüsenhaare punktiert, Blüten 10-18 mm lg, einzeln in lockerblütiger Traube, weiß bis rötl. (geadert), Oberlippe gestutzt, behaart, Kronröhre gelb, Kapsel tropfenfg, 5 mm lg, braun (floraweb.de 2011); Wurzelkriecher (Oberdorfer 1990)
LebensformHemikryptophyt, überwinternd grün (floraweb.de 2011)
Lebensdauerausdauernd (plurienn-pollakanth) (biolflor.de 2011)
SamenbankSamen mehrere Jahre hindurch keimfähig (Hegi 1975); Samen über 20 Jahre lebensfähig (Jäger & Werner 2005 zit. nach Buder & Schulz 2010)
BlütezeitEnde Frühsommer (floraweb.de 2011); Juni-August (biolflor.de 2011)
Bestäubung durchInsekten (floraweb.de 2011)
Kompatibilitätkeine Angabe
Blütenbiologiealle Blüten zwittrig (hermaphroditisch), Blumenklasse: Hymeropterenblüte (biolflor.de 2011); Kleinbienenblume (Oberdorfer 1990)
Ploidietetraploid, 2n=32 (biolflor.de 2011, Oberdorfer 1990)
FruchtKapsel (biolflor.de 2011)
Samenreifekeine Angabe
Samengröße0,4 x 0,2 x 0,2 mm (biolflor.de 2011); Samen 0,8-0,9 mm lang und 0,25 mm dick (Hegi 1975)
Samengewicht<0,1 mg (biolflor.de 2012)
SamenmorphologieWalzlich, am chalazaren Ende schräg abgeplattet, am mikropylaren Ende mit kurzem Fortsatz (Hegi 1975); nicht heteromorph (biolflor.de 2011)
SamenausbreitungWindausbreitung (floraweb.de 2011); Wasser (Hegi 1975)
Reproduktiongenerativ und vegetativ, vegetative Vermehrung über Rhizome (biolflor.de 2011)
Gefährdungzentral-europaweit gefährdet (floraweb.de 2011)
Rote Liste Deutschland2 (stark gefährdet) (floraweb.de 2011)
GefährdungsursachenRegulierung großer Flüsse, ausbleibende Überflutung der Auenbereiche (floraweb.de 2011); Regulierung und Ausbau der Flüsse, Ausbleiben von Überflutungen, fehlende Nutzung von Uferstreifen, Eutrophierung, Trockenlegung, Verbrachung von Feuchtwiesen, Ufer-Reinigungsarbeiten, Trittbelastung (Buder & Schulz 2010)
PflegemaßnahmenErhaltung/Verbesserung der Gewässer- und Auendynamik, Erhaltung der Standorte, Mahd mit Abtransport alle 3-4 Jahre oder ersatzweise eventuell gelegentliche Beweidung, Entbuschung oder Auslichtung bei Bedarf (Buder & Schulz 2010)
Schutzstatusbesonders geschützt (floraweb.de 2011)
VerantwortlichkeitDeutschland hat mittlere Verantwortlichkeit (Welk 2002, floraweb.de 2011)
Sonstiges

 

Kulturansprüche

Art Gratiola officinalis
Kultur einfach
Wasserbedarf hoch, da Pflanze feuchter Wiesen (Köhlein 1992); feuchter Boden (Grieve 1931, SMUL 2010, PFAF 2012); im Wasser stehend kultiviert (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Nässeempfindlichkeit verträgt Staunässe (Köhlein 1992); unempfindlich (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Dürreempfindlichkeit ja, darf nicht austrocknen (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
pH-Spezifik in kalkhaltigen Bereichen zu finden (Köhlein 1992); alkalischer Boden (PFAF 2012); neutrale und schwachsaure Böden sind gut geeignet (BG Potsdam: M. Burkart)
Substratspezifik Sand, Humus, kein Torf, lehmiger Ton (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Nährstoffbedarf eher nährstoffreicheres Substrat (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer); auf nähstoffreichen Böden (SMUL 2010)
Nährstoffempfindlichkeitnormal (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Temperaturansprüche im subkontinentalen Klima unproblematisch (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Lichtbedarf sonnig bis Halbschatten (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Schädlingsprobleme Schnecken (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Vermehrung durch Teilung und Aussaat (Jelitto 1990); Aussaat oder Stecklinge (Köhlein 1992); Teilung, Aussaat, auch Selbstaussaat (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Keimungsansprüche Sand Torf Gemisch (80/20), Kalthausbedingungen (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Keimungszeit März/April im Kalthaus (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Hybridisiert mit keine Angabe
Kritische Lebensphasen normal (bis Etablierung besteht höhere Sterblichkeit) (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)
Sonstiges Giftpflanze (Jelitto 1990); wächst im Sumpfwasserbecken, alle paar Jahre Substrat auswechseln, sät sich selbst aus (BGBM Berlin: A.-D. Stevens & M. Meyer)

 

Haltende Gärten / Einrichtungen

Botanischer Garten der Technischen Universität Dresden
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-0-DR-016525 2 2009 Sachsen, Sächs. Schweiz

 

Botanischer Garten der Johannes Gutenberg Universität Mainz
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-0-MJG-199555240 2 1995 Rheinland-Pfalz, Mainz, Laubenheimer Ried. Mainz, Laubenheimer-Ried, 2011

 

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
DE-0-B-2820102 1 2002 Berlin, Tiergarten, Nähe Reichstag, Böschung am Spreeufer

 

Botanischer Garten der Universität Konstanz
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
k.A. 1 2001 Baden-Württemberg, Bodensee-Untersee

 

Stadtgärtnerei Straubing
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
k.A. 2 k.A. Bayern, Parkstetten
k.A. 1 k.A. Bayern, Isarmündung Bayern, Isarmündung

 

Restitutions Ökologie Brauner
IPEN Level Zugang Herkunft Wiederans. Web
k.A. 1 1996 Rheinland-Pfalz, Laubenheim am Ursprungsort

 

 

Wiederansiedlung

Die Art wurde 2011 bei Mainz (Rheinland-Pfalz) aus autochthonem Material der Erhaltungskulturen des BG Mainz wieder angesiedelt (R. Omlor). In Bayern wurde mit durch die Stadtgärtnerei Straubing vermehrtem autochthonem Material eine Wiederansiedlungsmaßnahme im Bereich der Isarmündung durchgeführt (Büro für angewandte Botanik: M. Scheuerer). Auch die Restitutions Ökologie Brauner hat die Art am Ursprungsort in Rheinland-Pfalz bei Laubenheim aus Erhaltungskulturen neu ausgebracht (Dr. Axel Schönhofer).